... man nannte ihn auch flinke Zunge ...

Beim Piercen werden Ringe oder Stäbe an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers angebracht, wobei der Schmuck durch die Haut und das darunter liegende Fett- oder Knorpelgewebe gezogen wird.

Die vorbereitenden Arbeiten müssen aus hygienischen Sicherheitsgründen immer in Anwesenheit des Kunden getätigt werden. Näheres lest ihr im Serviceteil.

Die Piercingführungspunkte werden im Stehen auf die zuvor gereinigte Haut aufgezeichnet.

Das Stechen findet im Liegen statt. Zuerst wird die Piercingzange an den angezeichneten Punkten fixiert und die Kanüle schnell und präzise durchgestochen.

Nach Entfernen der Kanüle bleibt das Plasteröhrchen zur Führung des Schmuckstücks im Stichkanal.

Nun wird der Erstschmuck, der nur aus Titan- oder PTFE-Material bestehen darf, mit Hilfe des noch im Stichkanal befindlichen Plasteröhrchens durch-geführt. Um diesen Schritt für den Kunden angenehmer zu machen, wird vorher Wundheilgel aufgetragen. Dieses fördert auch die Wundheilung im frischen Stichkanal.

Geschafft!

Zur Erstversorgung wird der Stichkanal mit einer sterilen Kompresse abgedeckt. Zum Nachlesen wird eine Pflegeanleitung mitgegeben, in der die wesentlichen Richtlinien aus dem vorher geführten Beratungsgespräch aufgeführt sind. Außerdem ist ein Pflegespray unerläßlich.

abgeheiltes Piercing mit Zweitschmuck

Ähnlich wie bei der Tätowierung hat das Piercing bei Naturvölkern eine lange Tradition mit ritueller Bedeutung. Heute ist das Piercing nicht nur dekorativer Schmuck, sondern auch eine Möglichkeit zur Steigerung der Lust (Intimpiercing).

Das Piercing ist aber auch für viele ein „modernes Ritual" der körperlichen Gestaltung, da in unserer „zivilisierten" Gesellschaft ein großer Mangel an Durchgangsriten herrscht.

Bei der Wahl des Studios solltest du als Kunde folgende Kriterien beachten:

  • der Piercer sollte über eine medizinische Ausbildung verfügen

  • als Erstschmuck darf nur Titan oder PTFE (Polytetraflourethylen / antiallergisch, sehr gute Oberfläche - dadurch keine Haftung vom Wundsekret, flexibel, keine Wärme- u. Kälteempfindlichkeit) verwendet werden

  • Einhaltung der Hygienerichtlinien –  näheres im Serviceteil

Euren Fragen sollte der Piercer nicht ausweichen, denn genau wie beim Tätowieren ist das Piercen Vertrauenssache.